warning icon
YOUR BROWSER IS OUT OF DATE!

This website uses the latest web technologies so it requires an up-to-date, fast browser!
Please try Firefox or Chrome!

SILVERRUDDER 2019

Silverrudder – Challenge of the Sea / 140 Seemeilen / Regatta / Solo

Plakativ als größte Solo-Offshore-Regatta der Welt betitelt und mit einem Limit von 450 Teilnehmern. Da der Regattakurs einmal um die dänische Insel Fünen führt, man also in weiten Bereichen relativ geschützt unterwegs ist, kann man sich zwar fragen, warum „offshore“? Das mag jeder anders sehen. So oder so bleiben aber immer noch genug andere Reizwörter. Regatta – ja gerne; solo – wie geht das denn über 140 Seemeilen; und aus Österreich war tatsächlich noch nie jemand dabei? Na dann!

2018. Der erste Versuch endet bevor er beginnt. Nach zwei Jahren Schwachwind (auf den ich mich auch vorbereitet habe) stehen alle Prognosen auf Sturm. Ich verlade dennoch meine Seascape 18 und fahre los, drehe aber wieder um, als ich die Nachricht höre, dass die Silverrudder nicht termingerecht, möglicherweise nur verkürzt oder vielleicht auch gar nicht stattfinden kann. 40+ Knoten Wind? Auf einer Seascape 18? Solo und über 140 Seemeilen? Sicher nicht.

2019. Jetzt aber. Nach 1300 km Fahrt (zur Vorbereitung auch schon “solo” und nicht ohne Pannen ….) vergehen die zwei Tage vor dem Start mit Vorbereitungen inmitten der unglaublich hilfsbereiten Seascape – Community, einem kurzen Probeschlag (meine JOIN erstmals im Salzwasser und mit langem Kiel!) und Zweifeln ob der Wetterprognosen. Während das offizielle Wetterbriefing noch Wind bis maximal 15kn versprach, redete Jure Jerman, der Seacape – eigene Wettermann von 20 bis 25kn ….. und sollte damit auch recht behalten!

Freitag, 10:00. Ein verhaltener Start bei starker Strömung (eine Unbekannte von Vielen). Bereits ab Mittag auffrischende Winde und letztlich die versprochenen 20+kn ab spätem Nachmittag und die ganze Nacht hindurch. Und das gerade im ungeschützten Teil der Regatta im Norden von Fünen! Also auch noch hohe Wellen und die damit verbundene Ganzkörperdusche alle paar Minuten. Zwischenzeitig haben auch die später gestarteten längeren Boote aufgeholt und rauschen in der Nacht ziemlich unbeeindruckt von Wind und Welle an mir vorbei. Seascapes 18 allerdings nicht, wie ich erst später erfahre, da es stockfinster ist und ich weder Zeit noch Energie (elektrischer Totalausfall) habe, mir den Tracker anzusehen. Lediglich mit einer Seascape 18 matche ich mich mit wechselnder Führung, als es – gottseidank – endlich zu dämmern anfängt. 

Der Rest ist segeln, wie es sein soll! Erst noch ziemlich spitze Raume (Sonnenschüsse inklusive), dann Raume, dann Vorwind. Jedenfalls 6 bis 7 Stunden Gennackersegeln vom Feinsten bei Sonne und anfangs noch ca. 15kn, dann abflauenden Wind. Jedenfalls habe ich das Solo – Gennacker – Halsen mit der Zeit auch gelernt!

Nach einer Zeit von 27 Stunden und 42 Minuten letztlich in wieder heftiger Strömung (als zweite Seascape 18) über die Ziellinie gesegelt, was die anderen Seascapers jedenfalls mehr überraschte, als mich selbst. Nachzulesen  auf der Seascape – Homepage:

“…… Now, the 18s. These are the smallest boats in the race, but maybe that makes their spirit exceptionally big. This years’ edition of Silverrudder featured ten of 18s on the start, but far more interesting stories at the finish line. Tobias Schadewaldt German Bundesliga champion and an Olympic sailor, did a significant job competing not only in his class of 18s but with most of the 24s as well. Following him through the race, we were continuously startled with his casual showing up in between big sails of some other boats. An even bigger surprise was something that we failed to see, Johannes Bousek, a lake sailor, coming 13 minutes behind him, doing an outstanding job no one saw coming. ……”

https://thinkseascape.com/stories/who-does-this-silverrudder-19-2702

Fazit: Das Durchsegeln war kein Problem. Ich glaube, ich habe kein einziges Mal gegähnt. Einfach keine Zeit und vollste Konzentration. Sicher zu wenig getrunken und gegessen (ich glaube zwischen Start und Ziel gerade 3 Energieriegel). Am Tag danach Schmerzen in jedem Gelenk und Muskel. Die Nacht in den Wellen haben den Körper mehr gefordert, als geglaubt.

Mit einem Wort: AGAIN!

Johannes / JOIN / AUT67

 

LEAVE A REPLY

loading
×